Wie können sich Sommerskigebiete auf Schweizer Gletschern an den rasanten Eisverlust anpassen?
Originalpublikation: Systems thinking to adapt tourism to climate change: Application to summer glacier skiing in Switzerland
Die Studie in Kürze
Sommerskilauf auf Schweizer Gletschern gibt es nur noch in Zermatt und Saas-Fee. Die Studie zeichnet mit Systemdenken nach, welche Kräfte über den Fortbestand dieses Angebots entscheiden.
Forschungsziel & Methodik
26 halbstrukturierte Interviews im Sommer und Herbst 2023 mit Vertreterinnen und Vertretern von Bergbahnen, Hotellerie und Tourismusorganisationen sowie mit Skitrainern und Athleten, ergänzt um Feldbeobachtung und eigene Gletscherabfahrten. Die Ergebnisse wurden in drei Workshops mit Beteiligten aus Saas-Fee im Dezember 2023 und aus Zermatt im Februar 2024 überprüft und in Causal-Loop-Diagramme überführt.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Der Sommerbetrieb wird heute überwiegend von Trainingsgruppen und Wettkampfathleten getragen. Zermatt ist touristisch breiter aufgestellt, Saas-Fee hängt stark am Sommerskilauf. Athleten weichen zunehmend auf Skihallen mit ganzjährig verlässlichen Bedingungen oder auf Trainingsorte in anderen Regionen aus. Die Analyse legt Rückkopplungen und Ansatzpunkte offen, darunter die Unsicherheit über die Zukunft der Aktivität selbst.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Bergbahnen: Der Sommerskilauf ist nach dieser Arbeit ein System aus Bahnen, Beherbergung und Trainingsnachfrage, das sich nicht in Einzelteilen steuern lässt. Anpassungsentscheidungen sollten die Wechselwirkungen zwischen diesen Akteuren einbeziehen, statt einzelne Maßnahmen für sich zu optimieren.