3.772 Skigebiete in 66 Ländern · Datenstand: 11.10.2026 Über GeoCarver Datenstand und Methodik KI-Transparenz
Klima & Schnee

Was Schneesicherheit bedeutet – und was nicht

Höhenlage, Gletscher und Beschneiung als Indizien: Was der Datenbestand hergibt und was nicht.

Datenanker aus dem GeoCarver-Bestand: Bergstation ab 2.000 m: 309 von 1.083 Alpengebieten

Gezählt sind die erfassten Gebiete in den Alpenländern (AT, CH, DE, IT, FR). Weltweit erreichen 650 Gebiete eine Bergstation ab 2.000 Metern, 100 davon ab 3.000 Metern. Diese Höhenlagen sind Indizien für eine längere Saison, keine Garantie für die Schneelage an einem bestimmten Tag.

Modellwerte und Messwerte auseinanderhalten

Häufig werden Höhenlagen pauschal mit „Schneegarantie“ beworben. GeoCarver zeigt keine Schneetage und keine Schneehöhen aus Klimamodellen, sondern leitet die Einordnung aus der Höhenlage ab und kennzeichnet sie so. Auch Reanalysedaten wie ERA5 wären nur ein Modellwert auf einem Raster von rund neun Kilometern – kein Messwert des Gebiets. Hangneigung, Kessellagen und Windexposition können das Ergebnis im Gelände deutlich verschieben.

Grenzen der technischen Beschneiung

Schneeerzeuger arbeiten erst unterhalb einer bestimmten Feuchtkugeltemperatur, die je nach Anlagentyp bei etwa -2 °C oder darunter liegt; Luftfeuchte und Wind entscheiden mit. In milden Wintern nützt eine Anlage im Tal deshalb wenig, wenn Inversionswetterlagen oder Föhn die Luft erwärmen. Wo Beschneiung in OpenStreetMap erfasst ist, weisen wir sie als Merkmal aus; über die tatsächlich beschneite Fläche sagt das Merkmal nichts – warum es so selten vorkommt, steht in Beschneiung: was OpenStreetMap zeigt und was fehlt.

Was die Modelle für die kommenden Jahrzehnte rechnen

Wie sich Schneesicherheit entwickelt, ist modelliert, nicht gemessen – aber die Modelle sind veröffentlicht und nachlesbar. Knowles, Scott und Steiger haben mit dem Skibetriebsmodell SkiSim für 66 Skigebiete in British Columbia und Alberta gerechnet, unter Annahme fortgeschrittener Beschneiung und über mehr als dreißig Klimamodelle hinweg. Werden die Ziele des Pariser Abkommens erreicht, verkürzt sich die mittlere Saison bis Mitte des Jahrhunderts um 14 bis 18 %, während der Beschneiungsbedarf um 108 bis 161 % steigt; die betriebsbereite Pistenfläche geht nur um 4 bis 9 % zurück, weil die größten Gebiete widerstandsfähiger sind. Bei hohen Emissionen verlieren die Gebiete in British Columbia bis in die 2050er-Jahre im Mittel 21 % der Saison. Bemerkenswert an dieser Rechnung ist weniger der Saisonverlust als das, was er kostet: Die Saison bleibt vergleichsweise stabil, weil deutlich mehr beschneit wird. Nachzulesen unter Climate Change and the Future of Ski Tourism in Canada’s Western Mountains.

Was auf der Gebietsseite steht – und was nicht

Auf jeder Gebietsseite stehen die erfasste Berg- und Talstationshöhe und der Höhenunterschied – als Ableitung gekennzeichnet, nicht als Schneeversprechen. Weltweit erreichen 650 Gebiete eine Bergstation ab 2.000 Metern, 100 davon ab 3.000 Metern. Was dort nicht steht: Schneetage, Schneehöhen, Saisonstart. Diese Angaben lägen nur als Modellwert oder als Betreiberangabe vor, und beides wäre etwas anderes als eine Messung am Hang. Weiterführend: Höhenlage, Exposition und Saisondauer und die Liste hochalpiner Gebiete.