Was lässt sich über den Skitourismus und seine Zukunft lernen, wenn man beim Skifahren selbst forscht?
Originalpublikation: Skiing-with snow: exploring proximate ethnographies
Die Studie in Kürze
Methodischer Beitrag zur Tourismusforschung: Die Autorinnen und Autoren schlagen das Skifahren selbst als ethnografisches Verfahren vor, um der Schneelandschaft und ihrer Krise nahezukommen.
Forschungsziel & Methodik
Proximate Ethnografie in Anlehnung an die Tradition der Walking-with-Methoden. Die Autorinnen und Autoren fuhren in arktischen und alpinen Gebieten Europas Ski, auf maschinell gespurten Loipen und auf Abfahrtspisten, auf Natur- und auf technischem Schnee, in Schutzwäldern und im alpinen Gelände, auf Feuchtgebieten sowie auf dem Eis von Seen und Flüssen, und hielten ihre Erfahrungen in Feldnotizen fest.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Das Material wird über drei Zugänge entfaltet: Spuren, Distanz und Konsum. Die Spuren der Pistenfahrzeuge zeigen, wie eng die Pistenpflege mit dem Messen und Steuern von Berg, Schnee und Wasser verwoben ist. Die Reisebeschränkungen der COVID-19-Pandemie unterbrachen den gewohnten Skitourismus und ließen leere Gebiete und das Skifahren vor der eigenen Haustür neu erfahrbar werden. Der Zugang über den Konsum macht sichtbar, wie viele weitere Konsumformen am Skifahren hängen.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für die Auseinandersetzung mit dem Skisport: Die Arbeit argumentiert, dass Kennzahlen wie Saisonlänge oder Beschneiungskapazität die Beziehung zwischen Menschen und Schneelandschaft nur unvollständig erfassen. Wer über die Zukunft des Skifahrens diskutiert, sollte auch diese Beziehung in den Blick nehmen.