Welche wirtschaftlichen Kosten verursacht der Klimawandel im Tourismus, und was bedeutet das für Skigebiete?
Originalpublikation: The rising cost of climate change for tourism: a risk assessment
Die Studie in Kürze
Scoping Review zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels im Tourismus: Kosten entstehen nicht nur durch Extremereignisse, sondern auch durch Anpassungsinvestitionen, Versicherungsprämien und regulatorische Anforderungen.
Forschungsziel & Methodik
Auswertung von 41 wissenschaftlichen Arbeiten und 25 Branchen- und Medienberichten aus den Jahren 2018 bis 2026. Die Kostenwirkungen werden vier Pfaden zugeordnet: Betriebsaufwand, Investitionen, Erlösschwankungen sowie Finanzierung und Risikotransfer.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Die Forschung konzentriert sich stark auf Erlösschwankungen, meist über Besucherzahlen abgebildet, während Betriebs-, Investitions- und Finanzierungskosten kaum quantifiziert sind. Für den Skisport führt der Review folgende Belege an: Für 226 US-Skigebiete wurden die klimabedingten Kosten aus verkürzten Saisons und höherem Beschneiungsbedarf auf 252 Millionen US-Dollar pro Jahr beziffert, mit einer projizierten Zunahme auf 657 Millionen bis 1,35 Milliarden US-Dollar in den 2050er-Jahren. In über 300 Schweizer Gemeinden mit Skigebieten sanken die Immobilienpreise in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 3,6 bis 6,0 % je Grad Celsius mittlerer Wintertemperatur, während sich in Gemeinden ohne Skigebiet kein solcher Effekt zeigte. In Frankreich schloss das mittelhoch gelegene Gebiet Alpe du Grand Serre seine 55 Pistenkilometer.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Skifahrer und Betreiber: Der Review erwartet steigende und schwerer planbare Kosten, die zunehmend an die Gäste weitergegeben werden. Die Autoren betonen zugleich, wie lückenhaft die Datenlage zu Investitions- und Finanzierungskosten bislang ist.