Wie stark verändern steigende Temperaturen die Schneeverhältnisse in südeuropäischen Skigebieten?
Originalpublikation: Climate Change Impact Assessment on Ski Tourism in Greece: Case Study of the Parnassos Ski Resort
Die Studie in Kürze
Klimaprojektionen für die griechischen Skigebiete: Schneebedeckung und Schneehöhe gehen deutlich zurück, das Skizentrum Parnassos ist davon in besonderem Maß betroffen.
Forschungsziel & Methodik
Regionale Klimaprojektionen aus dem EURO-CORDEX-Ensemble mit rund zwölf Kilometern Auflösung für das Szenario RCP4.5, ausgewertet für den Zeitraum 2051 bis 2060 im Vergleich zu 1971 bis 1980. Ergänzend wurden Schneeindikatoren mit dem Schneedeckenmodell Crocus im Landoberflächenmodell SURFEX für 1970 bis 2099 unter RCP4.5 und RCP8.5 berechnet: die Dauer der Schneesaison, die Zahl der Tage mit mindestens 100 beziehungsweise 120 kg/m² Schneewasserwert sowie mögliche Beschneiungsstunden bei Feuchtkugeltemperaturen unter −2 °C und unter −5 °C. Das Skizentrum Parnassos erstreckt sich von 1.640 bis 2.260 Metern.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Für 2051 bis 2060 steigt die Minimaltemperatur in den untersuchten Skigebieten um mehr als 1 °C, in Einzelfällen um 3 °C. Die Schneebedeckung nimmt im Mittel um 40 % ab, mit einer Spannweite von 35 bis 50 %, die Schneehöhe um 10 bis 70 %. Für Parnassos ergibt sich in den Betriebsmonaten eine Erwärmung um 2,5 °C, ein Rückgang der Schneebedeckung um rund 37 % und der Schneehöhe um 44 %. Die tiefer gelegene Station auf 1.950 Metern erwärmt sich stärker als jene auf 2.250 Metern. Alle untersuchten Schneeindikatoren zeigen unter beiden Szenarien abnehmende Trends.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Randlagen des alpinen Skisports: Auch höher gelegene griechische Gebiete werden den Projektionen zufolge deutlich betroffen sein. Die Autoren leiten daraus Anpassungsmaßnahmen ab, um den Skitourismus in Griechenland tragfähig zu halten.