Welche Verletzungen erleiden Kinder und Jugendliche auf der Piste am häufigsten und wie lassen sie sich verhüten?
Originalpublikation: Skiing Injuries in the US Pediatric Population: An Analysis of National Injury Trends and Mechanisms Between 2012 and 2022
Die Studie in Kürze
Zehnjahresauswertung von US-Notaufnahmedaten: Stürze auf Schnee oder Boden verursachen die Mehrzahl der Skiverletzungen bei Kindern und Jugendlichen, Frakturen sind die häufigste Diagnose.
Forschungsziel & Methodik
Abfrage des National Electronic Injury Surveillance System (NEISS) nach Skiverletzungen von Patientinnen und Patienten bis 18 Jahre zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Dezember 2022. Erfasst wurden Unfallmechanismus, Körperregion, weiterer Verlauf und Diagnose. Über die NEISS-Stichprobengewichte wurden nationale Schätzwerte gebildet und die Zeitverläufe per linearer Regression geprüft.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
In die Auswertung gingen 2.951 Fälle ein, hochgerechnet 123.386 Verletzungen. Das mittlere Alter lag bei 12,4 ± 3,5 Jahren, 61,3 % der Verletzten waren männlich. Häufigster Mechanismus war der Aufprall auf Schnee oder Boden mit 70,8 %. Frakturen stellten 31,2 % der Diagnosen, gefolgt von Zerrungen und Verstauchungen mit 18,3 %, Prellungen und Schürfwunden mit 13,2 % und Gehirnerschütterungen mit 10,1 %. Am häufigsten brach der Unterschenkel mit 24,7 % der Frakturen, gefolgt von Schulter mit 18,5 % und Unterarm mit 15,3 %. Bei Kindern bis 13 Jahre machten Frakturen 36,1 % aller Verletzungen aus, bei den 14- bis 18-Jährigen 24,6 %. Über den Zeitraum gingen Zerrungen, Verstauchungen, Prellungen und Schürfwunden signifikant zurück, Frakturen und Gehirnerschütterungen nicht.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Eltern und Skiverleiher: Trotz gestiegener Nutzung von Helmen und Schutzausrüstung zeigen Gehirnerschütterungen im Untersuchungszeitraum keinen Rückgang. Die Autoren sehen in der noch nicht abgeschlossenen Skelettentwicklung von Kindern und Jugendlichen einen wesentlichen Grund für die hohe Frakturlast und fordern gezielte Präventionsstrategien für diese Altersgruppe.