Welche Anforderungen stellt der Wettkampf-Freeride-Sport, und was ist darüber bisher bekannt?
Originalpublikation: A perspective on competitive freeride skiing and snowboarding
Die Studie in Kürze
Übersichtsbeitrag zum Wettkampf-Freeriden, das mit der Eingliederung der Freeride World Tour in die FIS zur formal anerkannten Disziplin geworden ist.
Forschungsziel & Methodik
Perspektivartikel, der den bestehenden Kenntnisstand zusammenträgt: Wettkampfformat und Bewertungssystem, physiologische und biomechanische Anforderungen, Ausrüstung und Sicherheitsvorgaben sowie offene Forschungsfragen. Eigene Messungen wurden nicht durchgeführt.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Die Athletinnen und Athleten fahren ausschließlich nach visueller Besichtigung über Drohnenaufnahmen, Fotos und eigene Beobachtung, ohne Trainingslauf. Eine Jury aus in der Regel drei bis fünf erfahrenen Freeridern bewertet auf einer Skala von 0 bis 100 nach Linienwahl, Kontrolle, Technik, Flüssigkeit und Ausführung der Sprünge. Gefordert sind exzentrische und explosive Kraft, Rumpfstabilität, reaktive Kontrolle und anaerobe Ausdauer. Verletzungen betreffen vor allem die untere Extremität, insbesondere das vordere Kreuzband. Die bisherige Forschung beschränkt sich weitgehend auf Lawinenrisiko und Verletzungshäufigkeit.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Freerider: Zur vorgeschriebenen Ausrüstung im Wettkampf gehören ein separat vom Rucksack getragener zertifizierter Rückenprotektor, ein Helm nach erhöhtem Schlagschutzstandard, ein Lawinenverschüttetensuchgerät mit frischen Batterien, Schaufel, Sonde und ein funktionsfähiger Lawinenairbag-Rucksack. Die Autoren weisen zugleich darauf hin, wie wenig über psychische Belastbarkeit und Naturbezug in dieser Disziplin bekannt ist.