Wie lässt sich Risikomanagement im alpinen Rennsport systematisch organisieren?
Originalpublikation: Risk management framework for competitive alpine skiing—co-developed with stakeholders
Die Studie in Kürze
Konsenspapier zum Risikomanagement im alpinen Rennsport: Ein gemeinsam mit den Beteiligten entwickelter Rahmen ordnet Zuständigkeiten und macht Entscheidungen nachvollziehbar.
Forschungsziel & Methodik
Ein Panel aus zwölf internationalen Fachleuten aus Wissenschaft, Medizin und Praxis des alpinen Rennsports traf sich dreimal in Onlinesitzungen. Vorab aktualisierte das Forschungsteam die Literaturübersicht zur Verletzungsprävention; von 52 neuen Arbeiten blieben nach Sichtung 16 relevante Studien. In den Sitzungen wurden die Fragen nach dem Warum, Was, Wer, Wie und Für-wen bearbeitet, unter anderem anhand von vier risikoreichen Situationen aus dem Weltcup 2023/24. Die Arbeitsgruppe umfasste fünf Frauen und zehn Männer aus elf Ländern. Ein standardisiertes Delphi-Verfahren wurde ausdrücklich nicht angewandt.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Ergebnis ist ein Präventionsrad mit fünf Domänen: organisatorische und kontextuelle Elemente, Schnee und Umwelt, Ausrüstung, Kurssetzung sowie athletenbezogene Faktoren. Die Domänen sind nach möglicher Wirkung, Beeinflussbarkeit und Nähe zum Ereignis geordnet, wobei die organisatorischen und kontextuellen Elemente obenan stehen. Ergänzt wird das Rad um einen Entscheidungsbaum, der Risikoidentifikation, Risikobewertung und Risikominderung in eine Schrittfolge bringt, sowie um eine abgestufte Zeitachse für Maßnahmen.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Rennveranstalter, Trainer und Verbände: Der Rahmen soll den Beteiligten sichtbar machen, welche Risiken sie tatsächlich beeinflussen können und wofür sie zuständig sind. Praxisbeispiele zeigen die Anwendung im Wettkampfalltag.