Wie gelingt nach einem Kreuzbandriss im Skirennsport die Rückkehr zur früheren Leistungsfähigkeit?
Originalpublikation: Returning to Performance After ACL Injury in Competitive Alpine Skiing: A Scoping Review and Evidence- and Expert-Informed Practice Recommendations
Die Studie in Kürze
Der Kreuzbandriss gehört zu den prägenden Verletzungen im alpinen Rennsport. Ein Team aus Sportmedizin und Trainingswissenschaft fasst den Forschungsstand zusammen und legt ein kriterienbasiertes Rückkehrprotokoll vor.
Forschungsziel & Methodik
Scoping Review mit Suche in vier elektronischen Datenbanken, begrenzt auf begutachtete Originalarbeiten in Englisch oder Deutsch aus den vergangenen 30 Jahren. Von 622 bereinigten Treffern und zwei manuell ergänzten Arbeiten wurden 35 Studien eingeschlossen und narrativ zusammengeführt. Auf dieser Grundlage und mit dem Erfahrungswissen der beteiligten Fachleute entstand ein sportartspezifisches Rückkehrprotokoll.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Die vorliegende Forschung konzentriert sich auf Epidemiologie, Folgeverletzungsrisiko und frühe Rehabilitation. Zu den späten Phasen bis zur Rückkehr in den Wettkampf und zur früheren Leistung sowie zu psychologischen und sozialen Einflüssen liegt kaum Evidenz vor. Die Rückkehr zum Wettkampf erfolgt typischerweise nach etwa zwölf Monaten, im Mittel nach 364 ± 143 Tagen, mit Einzelfällen von fünf Monaten bis zu drei Jahren. Eine zitierte Untersuchung an 30 Rennläufern zeigt, dass 90 % auf ihr früheres Wettkampfniveau zurückkehrten, aber nur 16 bis 33 % innerhalb von drei Jahren ihre Weltranglistenposition verbesserten.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für verletzte Skifahrer und Physiotherapeuten: Das vorgeschlagene Protokoll gliedert den Weg zurück in acht Phasen von der Verletzung bis zum regulären Teamtraining und knüpft jeden Schritt an überprüfbare Kriterien aus mehreren Bereichen statt an eine feste Wartezeit. Die Rückkehr auf den Schnee erfolgt darin schrittweise und kontrolliert.