Lassen sich Rennergebnisse im alpinen Skisport aus sportmotorischen Tests vorhersagen?
Originalpublikation: Predicting competitive alpine skiing performance by multivariable statistics—the need for individual profiling
Die Studie in Kürze
Leistungsdiagnostik im alpinen Rennsport: Eine allgemeine Testbatterie erklärt Wettkampfergebnisse auf Gruppenebene kaum, auf individueller Ebene dagegen gut.
Forschungsziel & Methodik
Multivariate Datenanalyse mit Orthogonal Projection to Latent Structures (OPLS) an physiologischen Testergebnissen von zwölf Skirennläuferinnen der schwedischen Nationalmannschaft im Alter von 18 bis 31 Jahren, überwiegend mit Weltklasse-Ranglistenposition. Zielgröße waren die FIS-Punkte in Slalom und Riesenslalom. Die Testbatterie wurde mehrmals jährlich über mehrere Jahre durchgeführt, die Wiederholungsmessungen gingen in die Auswertung ein.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Auf Gruppenebene lassen sich zwar gültige Modelle bilden, mit R² von 0,39 bis 0,40, doch ihre Vorhersagekraft bleibt gering, mit Q² von 0,15 bis 0,21. Mit denselben Daten auf individueller Ebene gerechnet, steigen die Werte deutlich auf R² von 0,88 bis 0,99 und Q² von 0,64 bis 0,96. Die Autoren schließen daraus, dass verallgemeinerte Testbatterien zur Beurteilung von Spitzenathletinnen nur begrenzt taugen.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Trainer und Nachwuchs-Skiclubs: Aus einem für alle gleichen Testprofil lässt sich nach diesen Ergebnissen kaum ableiten, wer schnell fährt. Sinnvoller ist es, die Testergebnisse je Athletin oder Athlet über die Zeit zu verfolgen und individuell zu interpretieren.