Wie stark weicht die Selbsteinschätzung von Freizeitskifahrern von objektiv gemessenen Sensordaten ab?
Originalpublikation: Skiing quality analysis of recreational skiers based on IMU data and self-assessment
Die Studie in Kürze
Sensordaten gegen Selbsteinschätzung: Freizeitskifahrer bewerten ihr Carving-Können vor der Testphase höher, als es der algorithmisch ermittelte Wert ausweist.
Forschungsziel & Methodik
Living-Lab-Studie mit 62 Freizeitskifahrenden, die das Sensorsystem Connected Boot mit zwei Inertialsensoren in einem Band am Skischuh im Skigebiet ihrer Wahl und ohne feste Vorgaben nutzten. Zu Beginn und am Ende erhielten sie Fragebögen zur Selbsteinschätzung ihrer Fähigkeiten. Der Bewegungsqualitätswert des Systems beruht auf einer Hauptkomponentenanalyse und war zuvor nur mit erfahrenen Skifahrern entwickelt worden.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Zwischen der selbst berichteten Carving-Fähigkeit und dem Qualitätswert des Systems besteht ein starker Zusammenhang. Die Selbsteinschätzung vor der Studie lag im Mittel rund 1,71 Punkte über dem algorithmisch bestimmten Wert. Bei den Frauen war der Zusammenhang stärker ausgeprägt als bei den Männern.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Skifahrer: Die eigene Einschätzung des Könnens fällt erfahrungsgemäß günstiger aus als ein gemessener Wert. Rückmeldungen aus Sensorsystemen können hier eine sachliche Grundlage liefern; die Autoren sehen darin einen Beitrag zur Unfallvermeidung.