Welchen Stand haben Inertialsensoren (IMU) für biomechanische Analysen und Technik-Feedback beim Skifahren erreicht?
Originalpublikation: IMU-Based Systems For Skiing Sports: A Scoping Review
Die Studie in Kürze
Scoping Review über tragbare Inertialsensoren im Skisport: Wo Beschleunigungs- und Drehratensensoren heute im Feld eingesetzt werden und wo die Forschung noch dünn ist.
Forschungsziel & Methodik
Systematische Suche in Scopus, IEEE Xplore und PubMed nach dem PRISMA-Vorgehen. Von 134 gefundenen Publikationen aus den Jahren 2013 bis 2025 erfüllten 39 die Einschlusskriterien. Ausgewertet wurden Anzahl und Körperposition der Sensoren, ergänzende Sensorik und die eingesetzten Analyseverfahren.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Drei Anwendungsfelder treten hervor: die Beschreibung der Kinematik, insbesondere die Rekonstruktion von Körperschwerpunkt und Gelenkbahnen; Klassifikationsaufgaben wie das automatische Erkennen von Techniken, Bewegungsphasen und Könnensstufen; sowie Verletzungsprävention und Rehabilitationsmonitoring einschließlich des paralympischen Skisports. Der alpine Skilauf ist mit 62 % der Arbeiten die am häufigsten untersuchte Disziplin, ein Drittel entfällt auf den Langlauf. Je Studie kamen im Mittel 5,74 Sensoren bei einem Median von 3 und im Mittel 11,74 Teilnehmende zum Einsatz.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Skilehrer, Trainer und Anwendungsentwickler: Die Technik ist im Feld einsetzbar, doch die Übertragbarkeit der Ergebnisse ist begrenzt. Die Autoren nennen kleine Stichproben und fehlende einheitliche Messprotokolle als wichtigste Hürden vor einem breiten Praxiseinsatz.