Wie verändern Pistenpräparierung und Skitourismus das Mikrobiom der alpinen Schneedecke?
Originalpublikation: Ski Tourism Shapes the Snow Microbiome on Ski Slopes in the Italian Central Alps
Die Studie in Kürze
Präparierte Pisten tragen ein anderes Schneemikrobiom als benachbarte unbefahrene Flächen, mit Keimen, die auf menschliche und tierische Einträge hindeuten.
Forschungsziel & Methodik
Monatliche Schneeproben von Dezember 2021 bis April 2022 an drei Stellen im Nationalpark Stilfserjoch: auf einer Piste des Skigebiets Santa Caterina Valfurva, zehn Meter daneben außerhalb der Piste sowie an einem wenig beeinflussten Referenzstandort am Cancano-See. Beprobt wurden jeweils die obersten rund zehn Zentimeter der Schneedecke, untersucht mit Epifluoreszenzmikroskopie, 16S-rRNA-Amplikonsequenzierung und abgeleiteter Metagenomik.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Im Schnee auf der Piste fanden sich mehr Prokaryoten und Viren als an den Vergleichsstandorten. Charakteristisch für die beeinflusste Fläche waren stickstofffixierende Organismen aus Kryosphären-Lebensräumen sowie wirtsassoziierte Gruppen wie Terrisporobacter, Clostridium sensu stricto, Enterococcus und Muribaculaceae und der opportunistische Krankheitserreger Citrobacter. Das Beschneiungswasser stammt aus einem Bach, dessen Einzugsgebiet im Sommer beweidet wird.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für die Umweltüberwachung: Pistenbetrieb und Beschneiungswasser verändern nach diesen Befunden die mikrobielle Zusammensetzung der Schneedecke. Herkunft und Qualität des Beschneiungswassers verdienen daher Beachtung, da die Schneedecke im Frühjahr in die umliegenden Gewässer entwässert.