Wie wirkt es sich im Weltcup aus, wenn der Kurs von einem Trainer der eigenen Nation gesteckt wurde?
Originalpublikation: Expectations, gender, and choking under pressure: Evidence from alpine skiing
Die Studie in Kürze
Ökonometrische Analyse des Weltcups: Wenn der Kurs von einem Trainer der eigenen Nation gesteckt wurde, scheiden Männer im entscheidenden zweiten Slalomlauf häufiger aus, Frauen dagegen seltener.
Forschungsziel & Methodik
Panelanalyse von 45.467 Läufen der Männer und 41.221 Läufen der Frauen aus allen Slalom-, Riesenslalom- und Super-G-Rennen in Weltcup, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen der Saisons 2001/02 bis 2019/20. Verglichen wird die Leistung derselben Läuferinnen und Läufer in derselben Saison bei Kursen eigener und fremder Nationen, mit festen Effekten je Person und Saison sowie je Wettkampf.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Im ersten Lauf zeigt sich in keiner Disziplin ein signifikanter Effekt. Im zweiten Slalomlauf erhöht ein Kurssetzer aus dem eigenen Land die Ausfallwahrscheinlichkeit der Männer um 3,9 Prozentpunkte, während sie bei den Frauen um 3,5 Prozentpunkte sinkt. Beschränkt auf Weltcuprennen beträgt der Unterschied 5 Prozentpunkte bei den Männern und minus 3,7 Prozentpunkte bei den Frauen. Die Autoren führen dies auf geschlechtsspezifische Reaktionen auf Erwartungsdruck zurück.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Rennläufer, Trainer und ambitionierte Masters: Eine vermeintlich günstige Ausgangslage kann zusätzlichen Erwartungsdruck erzeugen. Die Ergebnisse sprechen dafür, die mentale Vorbereitung auf den zweiten Durchgang gerade dann ernst zu nehmen, wenn die Rahmenbedingungen als Vorteil gelten.