Wie prägt der Ausbau der technischen Beschneiung die Entwicklung der französischen Skigebiete?
Originalpublikation: The deployment of snowmaking in the French ski tourism industry: a path development approach
Die Studie in Kürze
Wirtschaftsgeografische Untersuchung der französischen Skiindustrie: Wie die technische Beschneiung die Betriebsführung der Skigebiete verändert und ihre Spezialisierung auf den Skitourismus verstärkt hat.
Forschungsziel & Methodik
Auswertung von 38 leitfadengestützten Interviews mit Akteuren der französischen Skiindustrie zwischen Oktober 2019 und November 2020, davon 30 aus dem Umfeld der Bergbahnen und acht weitere, darunter Vertreter der Gebietskörperschaften. Ergänzt wurden betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Investitionsdaten. Untersuchungsgebiet ist das Département Savoie in den nördlichen Französischen Alpen, theoretischer Rahmen der Path-Development-Ansatz.
Empirische Ergebnisse & Datenbasis
Die erste Beschneiungsanlage der Französischen Alpen entstand 1973 in Flaine, noch in den 1990er-Jahren galt Beschneiung als letztes Mittel. Zwischen 1997 und 2018 entfielen 35 % aller französischen Beschneiungsinvestitionen auf die Skigebiete Savoiens, die in der Saison 2018/19 mit 21 Millionen Skitagen rund 42 % aller französischen Skitage stellten. Die Autoren deuten die Entwicklung zugleich als Pfaderweiterung und als Pfadverengung: Die Beschneiung sichert Wettbewerbsfähigkeit und bindet zugleich Mittel und Aufmerksamkeit an den Skibetrieb.
Implikationen für die Praxis (Skigebiete & Wintersportler)
Für Bergbahnen und ihre Eigentümer: Investitionen in Beschneiung verändern nicht nur die Schneesicherheit, sondern auch die Kostenstruktur und die strategischen Spielräume eines Gebiets. Die Studie legt nahe, diese langfristige Bindungswirkung bei Investitionsentscheidungen mitzudenken.